Was war los gewesen, oder: Warum ich jetzt Content Creatorin werde

Die Zeit rast. Es ist bereits Mitte März und viel geschrieben habe ich hier ja nicht. Dafür viel vor. Eine Sache, die ich gerne wieder möchte, ist, eine Online-Community. Ich hab das früher geliebt, als das alles noch auf Twitter statt fand. Darüber und über das Bloggen habe ich so viele tolle Menschen kennengelernt, die teilweise auch heute noch, viele Jahre später, Teil meines Lebens sind und die ich nicht mehr missen möchte. Die Zeit war jedoch eine völlig andere.

Was fehlt mir?

Ich mag Instagram. Ich bin damit im Internet groß geworden, kenne es fast von Anfang an und ich mag mich nicht mit was anderem anfreunden. Es ist einfach auf eine Art mein Heimathafen. So, wie es das Bloggen eben auch ist.

Instagram hat sich jedoch verändert. Mir wurde es mit der Zeit zu laut. Die polarisierend. So ein bisschen B*LD-Zeitungsmäßig. Aber: Das liegt auch mit an mir selbst. Man kann jetzt von dem intransparenten Algorithmus halten, was man mag. Ich habe jedoch schon festgestellt, dass ich mit dem, was ich konsumiere und teile dazu beitragen kann, was ich tagtäglich sehe und konsumieren kann. Mit meinem neuen Account wollte ich mir wieder eine kleine Wohlfühlbubble erschaffen. Es soll ein Ort sein, an dem ich mit wohl und zuhause fühle. Muckelig und gemütlich soll es sein. Das ist das eine.

Das andere ist, dass ich Interessen habe. Und natürlich auch Accounts suche, mit denen ich mich identizieren kann. Die mich inspirieren in einem Rahmen, der nicht unerreichbar ist.

Was ich gesucht habe:

  • Frauen in meinem Alter
  • DIY / Interior in Mietwohnungen
  • Festanstellung
  • nettes Leben und schöne Partnerschaft ohne Kinder

Was ich gefunden habe:

  • Schwangere / Eltern (→ Nur das macht dich glücklich!)
  • Hausbau / Hauskauf / Eigenheim (→ Nur das macht dich glücklich!)
  • Vanlife (→ Nur das macht dich glücklich!)
  • Zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten / Einkommen (→ Nur das macht dich glücklich!)
  • Travel Influencer (→ Nur das macht dich glücklich!)
  • Sport Sport Sport (→ Nur das macht dich glücklich!)
  • BLOSS NIEMALS EVER KINDER!!111!! (→ Nur das macht dich glücklich!)
  • Optimiere dich unbedingt jeden Tag andauernd selbst. (→ Nur das macht dich glücklich!)

Aber: nichts davon in der jeweiligen Ausprägung macht mich persönlich glücklich. Tatsächlich suchte ich allen voran User und Accounts, die keine Kinder haben. Nicht, weil ich das nicht mag, sondern weil es nicht meine Lebenswelt ist. Ich suche allerdings auch keine User und Accounts, bei denen keine Kinder zu haben im Vordergrund steht. Ich suche etwas dazwischen. Das Thema darf eine Rolle spielen, aber gerne unaufgeregter. Es soll zeigen: Es ist ok, dass du dich nie bewusst gegen Kinder entschieden hast, sondern dass es sich einfach nicht ergeben hat. Und auch dass es sich nicht ergeben hat und du trotzdem nicht unzufrieden bist, ist völlig in Ordnung.

Und nun? Nehmen wir die Dinge selbst in die Hand

Tja. Aus diesem Need entsteht nun mein Plan für mein neues Instagram-Profil. Von meinem alten Profil auf Instagram verabschiede ich mich immer mehr. Damit habe ich bereits vergangenes Jahr begonnen. Ich will was neues, mich neu erfinden, anders zeigen. Inspiriert durch einen Freund habe ich mich in Dinge eingearbeitet und einen ersten zaghaften Versuch unternommen. Namen sind entstanden und wieder verworfen worden. Themen sind entstanden, haben sich aber noch nicht rund angefühlt. Equipment wurde gekauft (selbstverständlich!!!), aber nicht genutzt. Doch alles baut aufeinander auf.

Nachdem ich im Dezember bei meiner jährlichen Reflektion feststellte: Ja, ich will das wirklich, aber dazu gehört eben auch Arbeit und leider auch raus aus der Komfortzone, habe ich mich in den vergangenen Wochen (bedingt dadurch, dass ich den halben Februar krankgeschrieben war) mal wieder intensiver mit allem beschäftigt. Gelesen. Recherchiert. YouTube-Videos geschaut. Equipment gekauft (natürlich!!!). Und einen Plan entwickelt. Ich glaube, ich habe jetzt eine gute Idee davon, was meine Themen sein können. Wofür ich stehen kann. Was mich beschäftigt, und was ich teilen möchte. Eben auch aus meinem eigenen Bedarf heraus.

Let the Content Creator Reise begin

Ich werde nun also wohl Content Creatorin werden, wie man das heute nennt. Muckelig soll es werden und entspannt. Ein persönlicher Slow-Living-Account über Natur, Fotografie, Hundeleben und bewusstes Leben am Stadtrand. Ein gutes Leben muss nicht laut, schnell, nach gesellschaftlichem Drehbuch oder Erwartungen von außen verlaufen. Es wird dadurch ein gutes Leben, indem man seinen eigenen Rhythmus findet. Denn Lebenswege entwickeln sich nicht immer nach Plan, das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Oder einfacher:

Du darfst dein Leben in deinem eigenen Tempo leben – auch wenn es anders verläuft als gedacht.

Writers & Thinkers

Ich will wieder mehr schreiben (und vielleicht auch veröffentlichen). Und wie macht man das am Besten? Genau. Indem man mehr schreibt (und mehr veröffentlicht).

Mir hilft schreiben ungemeint, meine Gedanken zu strukturieren. Auch wenn es beim Schreiben oft erstmal unstrukturiert ist. Und das ist gut so. Das wird so bleiben. Wer sich daran stört, soll weiterziehen. Ich werde dafür ja nicht bezahlt und ihr zahlt eh nichts. Außer natürlich mit eurer kostbarsten Währung: Zeit. Daher solltet ihr diese auch sehr achtsam und sinnvoll nutzen. Wenn euch was nicht gefällt, weiterziehen. Nicht aufregen. Keine bösen Worte verlieren. Das kostet euch und alle anderen nur unnötig Zeit. Wir sollten unsere Zeit mit schönen Dingen verbringen und die schlechten, die wir nicht in unserem Leben haben müssen, die wir kontrollieren können, gehen lassen.

Mein Entwürfe-Ordner ist voll mit angerissenen Themen, über die ich gerne schreiben möchte. Nein. Anders. Über die ich gerne nachdenken möchte. Und damit wieder zurück zum Anfang: Schreiben hilft mir, meine Gedanken zu strukturieren.

Mein Plan ist also, in nächster Zeit nach und nach die Themen zu bearbeiten. Das wird gut! Denn 2026 steht für zwei große Sachen:

  • Alltag romantisieren und Freude in Kleinigkeiten sehen
  • Einfach mal machen. Wird gut.

Los geht die wilde Fahrt! Bist du dabei?

Neuanfänge

Ich denke in letzter Zeit oft an meine frühe Internetzeit zurück. An lange Livejournal-Nächte, an das Tagebuch schreiben mit Freunden, an die Leichtigkeit, mit der ich damals Gedanken ins Internet geschrieben habe. Irgendwann nach dem Abitur, mitten in irgendeiner späten Nacht, habe ich zum x-ten Mal WordPress installiert — und plötzlich blieb ein Blog. Mein Blog. Dieser Blog.

Ich vermisse diese Zeit sehr. Sie fühlt sich heute an wie ein warmer Rückzugsort. Leicht, unaufgeregt, irgendwie geborgen. Einfach bloggen, ohne darüber nachzudenken, wie es ankommt, wer es finden könnte oder ob es jemand „liken“ würde. SEO war kein Thema. Reichweite war kein Ziel. Und doch war da dieses kleine, freudige Aufleuchten, wenn sich jemand verirrte, las, kommentierte.
Nach und nach fand man andere Blogs, entstanden Gemeinschaften, kleine Inseln im Netz, auf denen man teilte, was einen beschäftigte. Man kommentierte gegenseitig, wurde ein Stück weit Teil im Leben anderer. Und ich vermisse genau das: dieses kleine, unperfekte Miteinander.

Später wurde alles professioneller. Blogs wirkten plötzlich sperrig, Instagram war dagegen leicht und alles hat sich allmählich dahin verschoben: ein Foto, ein Filter drüber (es gab nur wenige, daher musste man sich damit nicht lange aufhalten), ein paar Worte und fertig. Ein kleines visuelles Tagebuch. Ein Austausch, der direkt passierte. Keine Hashtags, keine Storys, keine Strategie. Einfach Alltag im Quadratformat. Es gab keine Business-Accounts, die dir was verkaufen wollten, oder Influencer, die Content produzieren müssen, um ihre Reichweite und somit die Preise für die Kooperationspartner hoch zu halten.

Vieles ist durchprofessionalisiert, glatt, auf Reichweite optimiert. Und Texte gehen fast unter — es wird geswipt, geliked, weiter.
Ich gönne jedem den Erfolg, wirklich. Aber meine kleine Gemeinschaft von früher … sie fehlt mir. Die digitalen Räume, in denen man einfach war und schrieb und sich gegenseitig auffing.

Ich merke aber auch, wie mich mein Perfektionsdenken bremst. Es schützt mich, klar — davor, bewertet oder missverstanden zu werden, davor, etwas zu teilen, das jemand seltsam findet.
Aber gleichzeitig hindert es mich daran, genau das wieder zu erleben, wonach ich mich sehne: ein Schreiben, das sich befreiend anfühlt. Ein Ort, der leicht ist. Eine kleine Gemeinschaft, die sich warm und vertraut anfühlt, selbst wenn man sich nie begegnet ist.

Ich hab dem Internet, Blogs und dem Twitter von früher sehr viel zu verdanken (an anderer Stelle dazu vielleicht mal mehr) und irgendwie mag ich das wieder zurück.

Und dann kommt allmählich der Gedanke zutage, dass ich vielleicht aufhören sollte, zu jammern und sentimental zu sein, und einfach ins Tun kommen darf. Kein Vorsatz, eher ein leises Ziel: weniger konsumieren, mehr produzieren. Und die Erkenntnis: Wenn ich mir etwas anders wünsche, kann ich direkt bei mir anfangen. Vielleicht bin ich der erste kleine Kieselstein, der Dinge ins Rollen bringt. Und wenn wir dem Gesetz der Anziehung auch nur ein bisschen Glauben schenken wollen, dann ziehe ich dadurch vielleicht genau das an, was ich mir wünsche.

In dem Sinne: Let’s try this!